Nutzen und Zierde: Der Bauerngarten von Familie Paul Aeschlimann in Waldhaus im Emmental. Foto: Heinz Dieter Finck

Veranstaltungen

26.09. bis 27.09.2020
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Regionalgruppe Nordostschweiz
Besuch des Skulpturenparks von Not Vital
Unter dem Titel «Tiere im Garten» möchten wir das Topiaria-Thema 2020 mit unserer Exkursion konkretisieren. Sicher werden wir im Skulpturenpark von Not Vital in Sent auch lebenden Tieren begegnen. Einmalig wird aber die realistische Eselsbrücke sein, die Mutige auch real überschreiten können. Das Gelände im Bereich des Val da Muglins wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Auswanderer Luzio Crastan (1889-1965), einem sogenannten Randulin (Schwalbe), gekauft. Luzio Crastan konnte sich das leisten, denn er besass in Pontedera (Toskana) eine Zichoriefabrik, die schon sein Grossvater gegründet hatte. Die gekaufte Liegenschaft sollte sein Ferien- und Alterssitz, sein Paradies, werden. Er machte sich sofort ans Werk. Er bepflanzte die Wiese mit einheimischen und fremden Bäumen und Sträuchern, er erstellte Terrassen, Wege, Treppen, Brücken, Zäune. Er liess eine Garage bauen, ein Gartenhäuschen mit einem halbrunden Swimmingpool, eine Pergola-Terrasse. Auf der grossen oberen Terrasse sollte eine feudale Villa entstehen. Der Architekt Nikolaus Hartmann, der Erbauer des Senter Kirchturms, hatte bereits die Pläne gezeichnet.
Als der zweite Weltkrieg ausbrach, musste Luzio Crastan seinen Traum einer Villa im Engadin begraben. Bis dahin wurde der Park mit all seinen Wegen, einem Schwimmbad und einer Terrasse für das Haus erbaut - jedoch ohne Haus. Im Laufe der Zeit wuchs der Park zu und ging in andere Hände über. Von dem, was einmal war, war fast nichts mehr zu sehen und alle Wege wurden undurchdringbar.
Im Mai des Jahres 1998 hat der international bekannte Senter Künstler Not Vital den Park von Otto Augustin gekauft und ihn sodann in eine Stiftung mit dem Namen "Not dal mot" umgewandelt. Mit seinem Bruder Duri hat er begonnen den Park wieder in Stand zu setzten. Sie haben Bäume gefällt, die zugewachsenen Wege befreit, Blumen gepflanzt, das Schwimmbad mit Stahl ausgekleidet und wieder in Betrieb genommen. Mit den Jahren wurden auch Skulpturen installiert und architektonische Installationen erbaut. Nun durchquert man das Tal auf Eselsköpfen oder mittels einer unsichtbaren Brücke. Auch ein Haus aus Murano-Glas wurde erbaut – samt Treppe. Ein anderes Haus wiederum verschwindet auf Knopfdruck im Boden. Mit dem Park wurde SCARCH geboren, eine Werkgruppe in welcher Not Vital Skulptur und Architektur vereint, und die er mittlerweile auf jedem Kontinent realisiert hat.
Wir werden also ein Zusammenspiel von Kunst und Natur erleben wie wir es sonst nur von den Skulpturengärten in Italien kennen.

Samstag, 26. September
10:45 Treffpunkt und Begrüssung, Sent Platz, auf dem Hauptplatz

11:00 Führung im Skulpturenpark Not Vital

13:00 Mittagessen im Restaurant Aldier
Anschliessend Besichtigung der Giacometti-Ausstellung im Restaurant Aldier

16:30 Schluss der Veranstaltung

17:12 Sent Platz ab, Zürich HB an 20:23

Supplément am Sonntag, 27. September
10:12 Sent Platz ab

10:42 Tarasp Fontana an, Spaziergang zum Schloss

11:00 Führung mit Orgelkonzert im Schloss Tarasp
Organist: Jörg Perron

12:30 Schluss des Suppléments

Anmeldung bis Freitag, 16. September 2020 gemäss unten stehendem PDF.

› Programm & Anmeldung (PDF)
24.10.2020
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Regionalgruppe BE / FR / VS
Wildtiere rund ums Haus - ABGESAGT FÜR 2020
Das Programm ist noch in Arbeit, wird aber sobald dieses vorliegt hier publiziert.

05.11. bis 07.11.2020
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Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Gartendenkmalpflegerische Tagung Muskauer Schule Ersatzpflanzungen in Gartenkunst und Gartendenkmalpflege
Wo die ewig wechselnde Natur selbst den Stoff liefert, (...) da wechseln stets die Formen und mit ihnen der Ausdruck und Charakter. Wenn dies im Allgemeinen eine Unvollkommenheit ist, so haben diese wechselnden Bilder jedoch auch ihre anziehende Seite, indem sie dem Besitzer und Gärtner Gelegenheit geben, Neues zu schaffen, zu verändern“, schrieb Hermann Jäger 1857.
Die Verwendung von Pflanzen als lebendes Hauptmaterial des Gartens bringt mit sich, dass sie früher oder später ersetzt werden müssen. Außer der Kurzlebigkeit vieler Pflanzenarten kann der Ersatz durch junge Exemplare der gleichen Art aus gestalterischen Gründen erwünscht gewesen sein. In der Geschichte der Gartenkunst gibt es aber auch Beispiele für Ersatzpflanzungen, bei denen man vom ursprünglichen Artenspektrum abwich. Insbesondere die Begeisterung für neu eingeführte Pflanzenarten und Sorten führte zum Austausch. Ausserdem spielten ästhetische Beweggründe eine Rolle, etwa bei der Anpassung einer Anlage an neue gestalterische Ideale.
Auch in der Gartendenkmalpflege wird gelegentlich mit gutem Grund von dem Grundsatz abgewichen, dass an Fehlstellen die gleiche Art nachzupflanzen ist - beispielsweise weil historische Sorten nicht mehr verfügbar sind. Heute gewinnt die Verwendung abweichender Arten und Sorten im Hinblick auf veränderte Standortbedingungen, Krankheiten und Schädlingsbefall als Folge des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Ein Sonderfall von gartendenkmalpflegerisch motivierter Ersatzpflanzung ist der Versuch, das erwartete Absterben eines Baumbestandes vorbeugend durch eine Pflanzung in räumlicher Nähe auszugleichen.
Im Rahmen der Tagung werden neben historischen Beispielen für Ersatzpflanzungen insbesondere aktuelle Projekte und Erfahrungen aus der praktischen Gartendenkmalpflege vorgestellt.

› www.muskauer-park.de
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Topiaria Helvetica 2020 Flora trifft Fauna | Tiere im Garten
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